Offene Ateliers 2017 des BBK

Von Grevy Atelier-Besuch, Offene Ateliers, susebee, Trash/Treasure, Monika Kilders, Ulla Philipp, Katja Kempe, Lissy Winterhoff With 0 Kommentare

Wir als Kunst-Community wollten eigentlich auch wieder an den „Offen Ateliers“ des BBK teilnehmen, um so unseren Künstlern ohne festes Atelier die Möglichkeit geben, sich bei diesem Anlass präsentieren zu können. Doch hatten die Verantwortlichen beim BBk etwas dagegen. „Sie sind ja gar keine Ateliergemeinschaft!“ war Ihr Argument. Sei es wie es ist. Einige unserer Künstler haben ja ein „echtes Atelier“ und wir freuen uns Sie dazu einzuladen.
Dieses Wochenende (16. – 17. September 2017) öffnen Ulla Phillip und Katja Kempe Ihre Ateliers, beide in der Südstadt.
Ulla Phillipp
Sa. 14-19 Uhr & So. 14-19 Uhr
Bonner Straße 16
 
Katja Kempe
Sa 14-18 Uhr So 12-16 Uhr
Merowingerstr.41
Am Wochenende darauf (22.-24.September.2017) freuen sich Trash/Treasure in Ehrenfeld, Monika Kilders in Hahnwald und susebee im Lichthof in Sülz erneut Grevy Künstler über ihren Besuch und interessante Gespräche.
Trash/Treasur
Sa. 16-20, So. 14-18 Uhr
Roßstr. 16
Monika Kilders
Fr. 16-19, Sa. 15-19, So. 14-18 Uhr
Judenpfad 51 a
Susebee
Sa. 15-20, So. 14-18 Uhr
Atelierhaus Lichthof, Raum 301, Lotharstr. 14-18
 
Am vergangenem Wochenende hatte bereits Lissy Winterhof ihr Atelier in Quatier am Hafen in Poll geöffnet.Offene Ateliers 2017 des BBk
 

Ulla Philipp

Über die Flusskieselbilder von Ulla Philipp        von Damian Zimmermann Ulla Philipp arbeitet mit Flusskieseln. Aber ihre Arrangements sind keine vergänglichen Anordnungen in der Landschaft wie die der Land Art-Künstler. Philipp ordnet die Steine auf einem Blatt Papier zu einer Szene und rahmt diese. Ihre Arbeit ist eine Verbeugung vor dem Einfachen. Vor dem Ursprünglichen. Vor dem Alltäglichen. Gleichzeitig sind Philipps Stein-Collagen weitaus komplexer als die Summe ihrer einzelnen Teile vermuten lässt. Mit meist nur wenigen Tuschestrichen werden ihre Flusskiesel lebendig und lösen beim Betrachter Assoziationsketten aus, denen er sich nicht entziehen kann. Plötzlich werden in der Form des Steines ein Kopf, ein Körper, eine Parkbank oder ein Luftballon, denen zwei Gestalten hinterher schauen, sichtbar. Das Arrangement wird zur poetischen Ein-Bild-Geschichte oder zum absurd-ironischen Cartoon in der Tradition eines Friedrich Karl Waechter. Manchmal fügt Philipp auch Sprechblasen mit kurzen Sätzen und Kommentaren hinzu. Die alltäglichen Steine unterhalten sich über Alltägliches – über abstrakte Kunst, die Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum oder Modetrends. Manchmal füttern sie auch einfach bloß die Tauben im Park. Das macht sie menschlich und liebenswert wie die Protagonisten bei Jean-Jacques Sempé. Dabei sind ihre Figuren so vielseitig wie die Künstlerin selbst – schließlich ist Philipp nicht nur Malerin, sondern auch ausgebildete Sängerin und Schauspielerin. Ihre Protagonisten sind verletzlich und stark, humorvoll und einsam, ängstlich und heiter, konservativ und infantil. Sie spiegeln die gesamte Palette der menschlichen Existenz wider – in ihren Steinbildern genauso wie in ihren Zeichnungen und in ihrer Malerei. Genau das macht ihre Qualität aus. Dabei schafft Philipp einen bemerkenswerten Spagat: Sie lässt sich nicht festlegen und ist zugleich nicht beliebig oder gar gefällig. Und obwohl sie mittlerweile einen ganz eigenen, fast schon unverwechselbaren Stil entwickelt hat, fällt eine Einordnung weiterhin schwer. Immer jedoch steht der Mensch im Mittelpunkt – der Mensch mit seinen Wünschen und Träumen, Sorgen und Schwächen. Die Kieselsteine sammelt Ulla Philipp übrigens bei Spaziergängen am Rhein. Dort liegen sie zu Millionen herum. Auf den ersten Blick sehen alle gleich aus, doch wer genau hinschaut, entdeckt die Unterschiede. Vielleicht ist das der Grund, warum sie sich so gut zur Darstellung von Menschen eignen.  

Katja Kempe

Grenzen und Grenzüberschreitung sind die beiden großen Themen der deutsch-türkischen Künstlerin und Designerin. Sowohl persönliche und politische Grenzen als auch gestalterisch, technische. Nach einer Ausbildung zur Goldschmiedin und dem Studium an der FH Düsseldorf zur Produktdesignerin, arbeitet sie heute u.a. als freie Gestalterin und Dozentin und sie ist die Gründerin und Inhaberin der kölner Schmuckakademie. 2005 machte sie den Master in Malerei bei Prof T.Egelkamp (Alanusakademie/Artefact Bonn), stellt aber bereits seit 1997 international aus (Deutschland, Niederlande, Belgien, Österreich). In Katja Kempes Arbeiten begegnen sich Gegensätze: Malerei, Design, Installation, Schmuck, Technik und Handwerk, Abstrakte und figurative Elemente.

Wie dem auch sei...